Zwischen Zusammenbruch und Aufbruch - ein Aufruf, unseren Platz im "Dazwischen" zu finden.
- sinjainspiration
- 8. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
So wie bisher geht es nicht weiter!
Kriege die nicht enden, neue die beginnen. Klima, das kippt. Wälder brennen, Meere erwärmen sich, Arten sterben. Und das schneller als wir reagieren. Politische Systeme, die sich verhärten und dann die Vereinfachung komplexer Wirklichkeit zu Feinbildern. Eine Wirtschaft, die Wachstum fordert auf Kosten von Mensch und Umwelt. Soziale Spaltung und gebrochene Menschenwürde.
Und ich könnte nun so weiter machen.
Was all das zunächst tut, ist, Hoffnung zu entziehen. Es lädt ein, fassungslos, ohnmächtig oder zynisch in die Zukunft zu blicken. Die Versuchung entweder wegzusehen oder sich im Untergang zu verlieren.
Und doch liegt genau hier eine große Chance. Denn wir stehen nicht nur vor einem Zusammenbruch. Wir stehen in einem Übergang. Etwas Altes verliert sichtbar seine Tragfähigkeit - und etwas Neues ist noch nicht da.
In dem Zusammenhang zitiere ich gerne das aus der Organisationsentwicklung/ dem Change Management stammende Horizon-Modell. Es beschreibt genau das relativ gut und simpel:
Das bestehende System - Horizon 1 - verliert seine Tragfähigkeit. Das Neue - Horizon 3 - ist noch nicht sichtbar. Und wir stehen dazwischen. In Horizon 2. Im Raum der Unsicherheit.
Dieser Raum grad hat keinen Plan, keine Garantie, keine klare Richtung. Und genau deshalb braucht es Mut.
Nicht den Mut das Alte zu retten. Sondern den Mut, den Schmerz des Kollabierens des Alten zu integrieren, ohne ihn zum Zentrum zu machen. Und daraus etwas wirklich Neues entstehen zu lassen - jenseits der alten Logik.
Das bedeutet auch: Unsicher zu sein. Nicht zu wissen wie es geht. Keine fertigen Antworten zu haben.
Und dafür brauchen wir, brauchst du, brauche ich, Veränderungskompetenz. Und das heißt nicht jetzt nicht schon die Lösung parat zu haben, sondern im Ungewissen handlungsfähig zu bleiben und zu experimentieren. Zu lernen. Gemeinsam.
Wenn wir das Horizon-Modell also ernst nehmen (und das sollten wir!!), dann beginnt Veränderung nicht zuerst im System, sondern in uns. Wir alle stehen - beruflich, persönlich, gesellschaftlich - in diesem Raum dazwischen.
Vielleicht ist ja jetzt der Moment, dir selbst ein paar Fragen zu stellen:
Was will in meinem Leben, meiner Arbeit, meinem Denken gerade zu Ende gehen?
Was funktioniert nicht mehr - auch wenn ich es lange aufrecht erhalten habe?
Wo spüre ich, dass in mir etwas Neues entsteht, auch wenn ich es noch nicht begonnen habe?
Wo halte ich mich noch zurück, obwohl ich ahne, dass ich anders wirken könnte?
Welche Rolle habe ich in diesem Übergang?
Wo trage ich heute schon -vielleicht leise - zu einem neuen Morgen bei?
Was kann ich konkret tun - im Rahmen meiner Möglichkeiten?
Und was ist meine Superpower, die hier grad gebraucht wird?
Diese Antworten öffnen vielleicht einen Raum, in dem wir aufhören, auf Sicherheit zu warten . und anfangen, Verantwortung in unserem eigenen Gestaltungsraum (den hat jede*r!!) zu verkörpern.
Ich denke das neue Morgen entsteht genau hier: Nicht aus Gewissheit. Und es macht nicht jemand anderes für uns. Sondern wir. Also los gehts :)!





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